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Picknick am Wegesrand (nach dem Roman
von A.und B.Strugazki) Christel Fetzer und Christiane
Stegat
"Jahrhundertsommer/ Alles muss raus!“ Kultursommer
2021 DORTMUND-KREATIV Dortmund 2021
Die Ausstellungs- und
Veranstaltungsreihe "Jahrhundertsommer/ Alles muss raus!“ von
DORTMUND-KREATIV bespielte verschiedene Orte im Dortmunder
Stadtgebiet.
Für die Arbeit Picknick am Wegesrand standen die
Schaufenster eines ehemaligen Spielwarenladens zur Verfügung.
Hier
hatten Generationen von Kindern ihre Nasen an die
Schaufensterscheiben gedrückt, um die inszenierten Spielzeugwelten
und Modelllandschaften zu bestaunen. Die gähnende, trostlose Leere
der Vitrinenlandschaft und der Roman der Strugatzki- Brüder waren
Inspiration für die Schaffung einer etwas anderen Welt.
Die
Handlung des Romans spielt in einer gesperrten, militärisch
bewachten Zone in der noch teils funktionsfähige Artefakte von einer
außerirdische Besuchszivilisation zurückgelassen wurden.
Diese
Technologie bewirkt verschiedene und teils sehr gefährliche Effekte,
die von den Menschen auch Jahre später immer noch nicht verstanden
werden. Eingesperrt in Glaskuben und in kaltem diffusen Licht
mutieren Kuscheltiere zu riesigen Wesen, Natur reduziert sich auf
errechnete Gittermodelle. Eine Zone, die abweisend, unheimlich und
nebulös ist.
gefördert durch die Beauftragte der
Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und mit Mitteln aus
NEUSTART KULTUR
> zu Picknick
am
Wegesrand
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GLOBAL BAROCC - CCORAB LABOLG Kunst am
Bau, Humboldt Forum im Berliner Schloss, Humboldt Box Berlin
1.Preis,
realisiert 2019, mit An Seebach
Jurybegründung:
"Der
Arbeit GLOBAL BAROCC – CCORAB LABOLG gelingt es, die Komplexität
der Ziele des Humboldt Forums in zwei Medien vorzüglich zu erfassen
und mit den Mitteln gegenwärtiger künstlerischer Techniken zu
estalten. Die Wandmalerei nimmt die barocke Architektur des
Vorgängerbaus auf, um herausragende Exponate der Sammlungen des
Humboldt Forums als Requisiten von linear gezeichneten
Architekturelementen zugleich systematisch und spielerisch zu
präsentieren. Die feinlinigen Zeichnungen verwenden digitale
Techniken der Übertragung, um auf diese Weise im zeitgenössischen
Rahmen auch die Unüberholbarkeit jener Techniken zu bezeugen, denen
sich die Exponate verdankten.
Insgesamt entsteht eine
großflächige Wandmalerei, die alle Altersgruppen und sozialen
Schichtungen anzusprechen vermag. Dasselbe gilt für die im
Treppenhaus ausliegenden Bücher, die alle notwendigen Informationen
zu den Exponaten liefern. Diese werden im Buch sowohl durch
Fotografien wie auch verkleinerte Zeichnungen präsentiert. Auch auf
diese Weise entsteht eine medial mehrschichtige Präsentation dieses
Mikrokosmos des Humboldt Forums. Die Arbeit verdient uneingeschränkt
den 1. Preis."
> zu GLOBAL
BAROCC – CCORAB
LABOLG
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iDisco Christel Fetzer und Christiane
Stegat
Kunstverein Kehdingen 2014 Freiburg/
Elbe
iDisco Christel Fetzer und Christiane Stegat,
Kunstverein Kehdingen Freiburg/ Elbe,2014
Die auffällige und
raumbestimmende Holzkonstruktion des ehemaligen Kornspeichers wird
Teil einer stillen und diffus- transparenten Raumskulptur :
iDisco
entwickelt sich der Architektur des Kunstvereins folgend, verspannt
die Balkenkonstruktion zu einem wabenförmigen Labyrinth aus
transparenter und gelöcherter Gaze. Eine unendliche Wellenlinie
durchkreuzt den Speicher und lässt ihn schwingen,>Durchblicke und
Überschneidungen bewegen den Raum mit der eigenen Bewegung. iDisco
ist ein Teil von mir.
(iDisco bin ich)
Sanft flackerndes
Stroboskoplicht rhythmisiert den Raum und die Zeit, gibt dem Gebilde
einen Puls, einen Atem.
(iDisco ist ein Wesen)
Im Rhythmus
des Stroboskoblichts wird Raum und Raumskulptur im Wechsel neu
definiert. Mit dem Aufblitzen des Lichts werden die Stoffbahnen opak,
lösen die durch die überlagerten, semi- transparenten Gazewände
erzeugte Tiefe auf und begrenzen Räume im Raum. Am Ende des
Labyrinths der Schatz, den es zu finden gilt. Geheimnisvoll-
glitzernd dreht sich langsam eine große Spiegelkugel, tausende
kleine, reflektierende Plättchen zerlegen das abgebildete Außen und
setzen es in der Rotation endlos neu zusammen.
iDisco ist
Außen.
(iDisco ist ein Ort)
Fetzer/ Stegat 2014
>zu
iDisco
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strawberry fields forever Christel
Fetzer und Christiane Stegat
EuroLandArt 2014 Château
de Cambray Frankreich
Die tempörare Installation im
weitläufigen Park des Loireschlosses Cambray ist von der
vorgefundenen Park- und Schlossarchitektur inspiriert. Sie erinnert
eine fiktive, phantastische Vergangenheit des Ortes und gleichzeitig
ist sie erfüllt von einer eigenen Melodie. einem Lied der Beatles,
die melancholische Kindheitserinnerung John Lennons. Ein
nostalgischer Sehnsuchtsort-
Strawberry Fields forever
(The Beatles/John Lennon 1967)
Let me take you down/
'Cause I'm going to Strawberry Fields
Nothing is real/ And
nothing to get hung about
Strawberry Fields forever
No one
I think is in my tree/ I mean it must be high or low
That is you
can't, you know, tune in/ But it's all right
That is I think
it's not too bad
Let me take you down/ 'Cause I'm going to
Strawberry Fields
Nothing is real/ And nothing to get hung
about
Strawberry Fields forever
Always, no sometimes,
think it's me/ But you know I know when it's a dream
I think I
know I mean a yes/ But it's all wrong
That is I think I
disagree
Let me take you down/ 'Cause I'm going to Strawberry
Fields
Nothing is real/ And nothing to get hung about
Strawberry
Fields forever/ Strawberry Fields forever/ Strawberry Fields forever
Der Schlosspark ist vollständig von einer Mauer umgeben
und wird von Alleen durchzogen, die eine Sonnenuhr bilden; im Zentrum
steht das Schloss. Die Arbeit befindet sich vis-à-vis der
Schlossorangerie. Wie eine geöffnete Schatulle mit gepolsterter
Einlage präsentiert sie ihren kostbaren Inhalt.
Eine einfache,
rohe Holzkonstruktion lehnt an der Mauer und bildet die Fassade der
Orangerie ab. Vor ihr liegt ein Beet, ein Fragment einer vergangen
Nutzgartenanlage. Ein schlichtes magentafarbenes Ornament zitiert das
landschaftsarchitektonische Konzept des gesamten Schlossensembles.
Im
Ornament sind fünf Fruchtstauden im Strohmulch angeordnet. Süße
Früchte hängen überreif herab und liegen schwer am Boden, kaum
gehalten vom Stängel. Aus der Ferne erscheinen sie köstlich und
verlockend; aus der Nähe wirken sie unheimlich übergroß,
ausgetrocknet und hohl. Unangenehm-fleischlich verdorren sie
unbemerkt im Beetmedaillon.
> zu
strawberry fields
forever
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Schabracke Christel Fetzer und
Christiane Stegat
super bien! gewächshaus für zeitgenössische kunst 2014 Berlin
super
bien! Berlin ist ein nichtkommerzieller Projektraum für
ortsspezifische Installationen und Interventionen.
In einem
öffentlich zugänglichen Hinterhof des Milchhof e.V. Atelierhauses
in Berlin Mitte gelegen, besteht der Projektraum aus einem
handelsüblichen Gewächshaus, das den Blick auf die Kunst 24 Stunden
am Tag freigibt. Für den Ausstellungsort super bien! wurde die
ursprüngliche Funktion eines Gewächshauses neu definiert: vom
Treibhaus in einen Kunstbehälter, eine Vitrine. Christel Fetzer und
Christiane Stegat ordnen dem Haus eine weitere Funktion zu, es wird
Formgeber und Display für die Arbeit Schabracke. Die Kunstvitrine
wird nicht befüllt, sondern selbst zur Skulptur.
Die
Künstlerinnen begeben sich auf Materialsuche in der näheren
Umgebung des Ausstellungsortes. Bretter, Holzplatten, Bleche aus
vergessenen Ecken, wilden Müllhaufen und Sperrmüllcontainern werden
zusammengetragen und zusammengesetzt. Sie umkleiden eine leichte
Lattenkonstruktion auf den Längsseiten und dem Dach des
Gewächshauses. Material und Machart sind ein typisches Beispiel für
ökonomisches und einfaches Bauen mit den Ressourcen des Standortes,
eine Baracke.
Auf die offenen Frontseiten blickend sieht man im
Querschnitt das Glashaus als Leerform. Der Holzüberwurf zeigt im
Vorhanden- und Nichtvorhandensein gemeinsame und unterschiedliche,
rudimentäre Funktionen eines Hauses: gemeinsam der Schutz vor Kälte
und Wasser, im Unterschied der Schutz vor Sonne und den Blicken ins
Innere.
(Schabracke Bedeutung: reich bestickter Überwurf
(über Flanken und Rücken), umgangssprachlich: alte, abgetakelte
Frau, Xanthippe)
> zu
schabracke
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i wont be home no more
"
ELEMENTARE BEHELFE " Künstlertage auf dem Hermannshof 2012
Völksen
...Der Besucher betritt ein Terrain, das er
zunächst als eine Bepflanzung einordnet. Bei längerer Verweildauer
wird offenbar, dass es sich um eine Plantage handelt, deren circa
fünfzig fremdartige, fleischrotfarbene, zapfenartige Setzlinge
jedoch nicht wirklich von Fruchtbarkeit und Erntedank sprechen. Alles
scheint eher morbid und krank, seltsam erstarrt und verlassen. Die
wulstigen Brüche oder geschwürartigen Beulen eine jeden Setzlings
mögen den Besucher gar an Münder denken lassen und schon beginnt
auf dem Feld ein Wispern und Murmeln.
Nie wieder werde ich zu
Hause sein.
Im Hintergrund dieses gefährlichen Ackers nimmt der
aufmerksame Betrachter ein Blitzen von Licht wahr. Ein kleiner grauer
Verschlag am Ende des Feldes gewährt durch eine runde Öffnung in
der eingegrabenen Tür Einblick in ein Lager mit eben jenen
fleischfarbenen Körpern im Inneren - vielleicht eine Brutstätte
oder ein Versteck. An genau dieser Stelle wird der Installation von
Stegat das Leben eingehaucht. Hier am kleinen Verhau, der sich
perfekt in seine Umgebung einfügt und doch künstlich von der
Künstlerin in den bestehenden Wildwuchs integriert wurde, beginnt
die seltsame Geschichte. Wie selbstverständlich verknüpft der
Betrachter der Szenerie den riesigen Sendemast mit diesem winzigen
Gebäude:
es wird als sein diesseitiger Ein- oder Ausgang
sichtbar, man imaginiert unterirdische Tunnel, gespenstische
Überwachungsaufträge, Strahlungsenergie und sieht schon bald in den
ausgesetzten Wesen die spionierende Population einer fernen Zukunft
... oder auch nicht. Der Erzählmodus dieser Installation ist vage
und offen, das macht ihren ganz eignen Sinn aus. (Text An Seebach für
Elementare Behelfe 2012)
> zu i
wont be home no
more
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spawn
"lichtparcours 2010"
2010 Braunschweig Standort: Rückseite des Schulgebäudes
Echternstraße 1
Im Jahr 2010 plant die Stadt
Braunschweig, einen weiteren Lichtparcours zu realisieren, an dem
internationale zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler der
Gegenwart spezifische, temporäre Arbeiten im öffentlichen Raum der
Stadt zeigen. Die Künstlerinnen und Künstler haben in ihren
Entwürfen einen topografischen, urbanen oder
gesellschaftlich-historischen Bezug zur Stadt aufgenommen und zum
integralen Bestandteil ihrer Arbeit gemacht, wobei die
unterschiedlichsten künstlerischen Positionen die Ansätze dieser
Ortsbezogenheit zum Ausdruck bringen sollen. (Textauszug Einladung
Fachbereich Kultur der Stadt Braunschweig)
spawn (engl.)
Subst.-
Brut,Ausgeburt,Laich
Verb-
laichen,erzeugen,(sich)vermehren
Slang- etwas aushecken
..."Auch „spawn“ ist so eine Struktur, die zunächst
wie ein seltsam vergrößertes Gelege, Laich oder Schaum anmutet. Aus
dem Fenster eines alten Schulgebäudes herabfließend, die steinerne
Fassade bis zum Ufer der Oker hinunter, sammelt sich am Wasser ein
Haufen weißer Kugeln mit einem Durchmesser von jeweils etwa zwanzig
Zentimetern. Die biomorphe Ansammlung täuscht nur kurzfristig über
die Banalität der einzelnen Module hinweg:
Tatsächlich handelt
es sich um industriell gefertigte, von innen mit LEDs beleuchtete
Plastikkugeln – Massenartikel, aus denen eindeutig die einzelnen
Kabel herausblicken. Ihr artifizieller Charakter wird damit bewusst
demonstriert: Das rätselhafte Etwas entpuppt sich als ein Haufen
profaner Ready-Mades – Produkte, die in unverändertem,
vorgefertigtem Zustand unmittelbar in das Kunstwerk übertragen
werden. Während sie tagsüber kaltweiß, glatt und funktionslos
daherkommen, verwandeln sich die Kugeln nachts in beinahe magisch auf
Wasser und Ufer ausstrahlende Leuchtkörper. Beim Betrachter entsteht
dabei ein romantischer Rückkopplungseffekt:
Die Erkenntnis der
schlichten Künstlichkeit der Module kann nicht verhindern, dass er
Assoziationen zu lebendigen Erscheinungsformen zulässt. Es ist, als
würde er angesichts des fremden Gebildes nach bekannten Parametern
suchen, die er am ehesten an einer urwüchsigen, naturgegebenen
Gestalt – eben Eier oder Laich – festmachen kann. Der alltägliche
Ort und das gewöhnliche Material erhalten dadurch den Anschein von
etwas Besonderem und Geheimnisvollen." (Auszug Katalogtext
"3.lichtparcours2010" Gesine Borchert)
> zu spawn
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hochkultur-subkultur mit An Seebach
"Hundertwunder- Nachtbar" Foyer und Stuhllager (Keller) 2007
Stadttheater Hildesheim
Das Künstlerinnenduo Seebach & Stegat nutzt im Foyer 1 und im extra
begehbaren Backstagebereich des Theaters den Raum, um die
Bühnenelemente einer zu Ende gehenden Ära in ein filigranes Netz aus
Erinnerung zu spinnen. Dabei akkumulieren Scheinwelten
zur Skulptur und installative Eingriffe kommentieren den
Ort.
Text (Auszug) An Seebach
>
zu hochkultur-
subkultur
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morgen-
abend
"lux.us" 2007 Lichtkunstpreis
Lüdenscheid
Ich gehe durch einen Flur auf eine offene Tür
zu, ich trete durch die Tür in eine Hütte, durch die Ritzen der
rohen, senkrecht stehenden Baumstämme dringt ein gleissendes
Licht.
morgen
Ich kann die Hütte nur
durch diese eine Tür verlassen und bin wieder in dem Flur. Ich gehe
den Flur entlang und trete durch die nächste Tür in einen Raum. Der
Raum ist dunkel, ich gehe auf eine Hütte zu, sie ist von einem
hellen Lichtschein umgeben, das Licht dringt gleissend durch die
Ritzen der rohen, senkrecht stehenden Baumstämme.
abend
Ich nähere mich der Hütte und bemerke, das ich nicht
in das Innere gelangen kann. (Text Projektvorschlag)
>
zu morgen-
abend
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orchideenhaus
"(misstraue
der) idylle" kik kunst in kontakt 2005 Hannover
Im
Focus: „Ist das idyllisch hier...“Ein Ausspruch, den wir des
öfteren hören, wenn Gäste unser Areal an den Herrenhäuser Gärten
(5000 m² Freifläche mit altem Baumbestand, reizvoller Raumstruktur
und großen Rasenflächen) und unser Haus betreten.
Idylle: In
der Kunst die idealisierte Darstellung des Menschen im Einklang mit
der Natur, im wirklichen Leben die Sehnsucht nach diesem Einklang,
nach dem „friedlichen, einfachen Leben, meist in ländlicher
Abgeschiedenheit“. Eine Idylle, die oft trügerisch ist... Bereits
im Alltagszustand wird der optisch-idyllische Eindruck des
Projektortes akustisch gebrochen:
So entlarvt bereits die
Geräuschkulisse des direkt angrenzenden Westschnellwegs die Illusion
der Idylle und erinnert an die Realität hinter der Sehnsucht. Das
Projekt: Dieses Spannungsfeld von Sehnsucht und Wirklichkeit,
Realität und Simulation ist das Thema dieses Kunstprojekts. Sechs
bildende Künstler aus den Bereichen Installation, Objekt-, Video-
und Klangkunst werden das Phänomen Idylle (und den Ort) erforschen
und in Ihren Arbeiten transformieren. (Projekttext (misstraue der)
idylle)
> zu
orchideenhaus
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nachbild mit An Seebach
"die
leere" Gustave- Eiffel- Schule 2005 Berlin
"
Gemäß der Anfrage der Organisatoren sind die beiden Ausgangspunkte
für die Arbeit, a. das Schulgebäude, b. die Leere.
Es erschien
deshalb reizvoll, transparentes Material zu benutzen und den
Schulraum mit einer ortsspezifischen Installation zu füllen. Wir
kreierten ein "Nachbild" der ehemaligen
Klassenraumsituation, fügten dabei aber Eigenständiges hinzu, neuen
Inhalt, zusätzliche Gedankengänge. Nachbilder sind
Wahrnehmungsaphänomene, sie entstehen als Nachdauer nur für kurze
Zeit auf der Netzhaut als eingebrannte Bilder, nach vorangegangener
Überreizung. Auch die fertige Arbeit hat diesen Charakter, man sieht
und sieht zugleich nicht, Leere und Fülle existieren
gleichzeitig.
Die Installation spürt der früheren Nutzung nach
und behält selbst den Charakter eines Phänomens."
Nachbild (Begriff
der Physiologie)
“... Schauen Sie für ca. eine Minute
ein helles Licht an, und blicken Sie dann auf einen neutralen
Hintergrund. Sie werden dort nun einen dunklen Fleck wahrnehmen,
welcher die gleiche Form hat wie die vorherige Lichtquelle. Diese
Wahrnehmung eines Phantombildes nennt man ein Nachbild.
Das
menschliche Auge wandelt pausenlos Lichtenergie in Signale um, welche
sich durch das Nervensystem bewegen. Die aus einer konstanten
Wahrnehmung stammenden Signale werden vom visuellen System nach einer
gewissen Zeit reduziert. Wenn der ursprüngliche Reiz weg fällt,
dann wird diese Reduktion als ein in Helligkeit und Farbe umgekehrtes
Bild erkennbar...“ Seebach/Stegat
>
zu
nachbild
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anthurie
Förderpreis für junge Kunst
Marienburgpark 2002 Monheim am Rhein
Gott ist
eine Differenz:
Um etwas sichtbar zu machen, etwa in
künstlerischer Produktion, muss notwendigerweise etwas Anderes
verdeckt werden. Die Form, nicht im Sinne einer bestimmten Gestalt,
eines besonderen Dings, sondern im Sinn der Differenz des
Dargestellten zu seiner Umgebung, ist die Unterscheidung, auf der
alles Beobachten beruht. Es ist aber nicht möglich beides
gleichzeitig im Blick zu haben:
sowohl der Unterschied
zwischen Dargestelltem und dem "Rest der Welt" als auch das
Dargestellte selbst. Doch es ist möglich, in dieser Differenz zu
"pendeln", indem man erst die Differenz zwischen
Dargestelltem und der Welt betrachtet und dann das Dargestellte, dann
wieder die Differenz und so fort. Ein ebenso elementarer Unterschied,
wie sie die Beziehung zwischen Kunstwerk und der "Restwelt"
ausmacht, zeigt sich am virtuellen Körper selbst:
in der
Darstellung der "Anthurie" ist die körperliche Einheit,
die normalerweise von der Wahrnehmung konstruiert wird,
aufgelöst:
Was wir uns als pflanzlich vorstellen, ist gerade
dadurch gekennzeichnet, das es nicht aus Fleisch und Blut ist. An die
Stelle der körperlichen Einheit tritt eine digital errechnete
Differenz: was als verschieden vorgestellt wird, zeigt sich als
identisch. In unserer alltäglichen Anschauung ist das ein
Paradox. Doch dieses Paradox ist nicht eine Eigenschaft der Welt,
sondern es ist von unserem Wahrnehmungsapparat konstruiert.
Es
ist ein Erklärungsprinzip, das dazu dient, aus der Reizflut, der ein
Organismus ausgesetzt ist, Informationen zu generieren, die das
Überleben des Organismus gewährleistet. Wenn man die Welt als
Input für einen Organismus betrachtet, dessen Wesen es ja ist, sein
eigenes Überleben möglichst wahrscheinlich zu machen, ist die Welt
eine unendliche Menge von Informationen. Betrachtet man die Welt
aber mit der Vorstellung, dass es keinen Organismus gibt,der sie
wahrnimmt, so enthält sie selbst gar keine Information, sie
ist, wie sie ist.
Wenn man in Betracht zieht, dass es die
Eigenschaft unserer Wahrnehmung ist, Leben oder Geist in räumlich
und zeitlich begrenzte Einheiten zu strukturieren, relativiert das
die Künstlichkeit, die wir dieser virtuellen Konstruktion
zuschreiben. Und es löst auch das Paradox auf, das sich unserem
Denken in den Weg zu stellen schien. Wenn meine Vorstellung von
Pflanzen Fleischlichkeit als einen Aspekt hat, was ist dann aus
meiner ursprünglichen Vorstellung geworden, denn sie IST ja jetzt
das, wovon ich sie eigentlich unterschieden hatte?
Wenn das
gewohnheitsmäßige Fortlaufen an bestehenden Vorstellungen eine
solche Hemmung erfährt, löst das eine Art Schmerz oder Widerwillen
aus. Doch so, wie ein Gift zum Heilmittel werden kann, lässt sich
diese Erschütterung durch die Einsicht in die Relativität unserer
Wahrnehmungsrealität umkehren zu einer Pendelbewegung, in der es
möglich ist, die normale, auf Überlebenssicherung optimierte
Wahrnehmungshaltung zu verlassen:
es ist nur notwendig, sich
ganz auf die vermeintliche Künstlichkeit einer "durchbluteten
Pflanze" einzulassen. Das heißt, das, was uns als Widerspruch
in der logischen Struktur erscheint, die wir wahrgenommenem
unterlegen, voranzustellen.
Also davon auszugehen, daß das
Unterschiedene, Fleischlichkeit und Pflanze, identisch ist: es ist
relativ leicht, sich das tatsächlich vorzustellen, wenn man davon
ausgeht, dass die Eindrücke, die uns unsere Sinnesorgane geben,
immer nur etwas über unsere Sinnesorgane aussagen und nie etwas über
ihren Input:
Reizt man eine Sinneszelle des Auges durch Druck
oder Reibung, so entsteht ein optischer Sinneseindruck, reizt man die
Zunge mit Elektrizität, entsteht ein geschmacklicher Sinneseindruck.
Es mag zunächst einige Mühe kosten und ebenso irritierend sein, die
Wahrnehmung und ihre Logik auf die beschriebene Weise umzukehren,
aber wenn es gelingt, macht diese Umkehrung der Wahrnehmung eine Art
von "plugout" möglich, der uns im Gegensatz zu Urlaub,
Palmen und Strand, Survivaltraining und allen anderen Formen von
Entspannungstechniken UNABHÄNGIG von unserer Umwelt ein Abschalten
ermöglicht, das an einer Stelle ansetzt, die VOR den Inputs liegt,
die wir durch die Welt bekommen können:
an der Weise, WIE uns
etwas zu Bewusstsein kommen kann, als Unterschied.
Quellen:
George Spencer Brown, Nicklas Luhmann, Gregory Bateson, Heinz von
Förster, Humberto Maturana, G.W.F. Hegel, Max Ernst
(Text Mark Hajelka)
> zu
anthurie
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trabant
Galerie soma 1996
Berlin
Ein Körper, nur aus Haut und ohne Knochen- ein
Mund, ein achtzehn Meter langer Schlund, ein Mund- ein Riese aus der
Micro- Welt, schwebend im Milieu aus Luft und Licht: Aus 20.000
Metern Nylonfaden pur ist das Objekt gesponnen- präziser: erhäkelt-,
seine Haut, also nichts als Schlinge, hyperpermeabel, auf der Grenze
zur Immaterialität. Als komprimiertes Material paßt der
Membranenleib in eine Hülle von der Größe eines Kohlensacks: 22
Kilo schwer, ein amorpher Fadenballen. Entfaltet jedoch läßt er
sein Gewicht vergessen und transformiert sich in schimmernde
Luzidität. Circa 70 Gliedmaßen fungieren dabei als die Medien der
Extension.
Von gleicher Machart wie die Haupttrachea, sind sie
dieser angeheftet und verspannen sie im Raum. Obwohl der Zug der an
den Wänden, den Decken und den Böden der beiden Galerieräume
befestigten Tentakel es der Röhre erst ermöglichen, ihre Form
einzunehmen, verursacht eben dieser Zug an vielen Stellen auch
Verformung, Abweichung vom Ideal. Dort scheint die Röhre sich nach
außen zu stülpen, die Glieder mutieren zu Fühlorganen, die sich
hinaustasten und denen der Hauptleib ein Stück weit folgt.
Dennoch
verläßt das Röhrenwesen grundsätzlich nicht die Längsachse, auf
der es die hintereinander liegenden Galerieräume durchmißt, seine
Installation hält ein feines Gleichgewicht von Regel und Deviation,
von Strenge und Lebendigkeit. Unbewegt im Raum verharrend, verwandelt
das Objekt doch im Verlauf der Ausstellung beständig sein
Erscheinungsbild, indem es von unterschiedlich farbigem Licht, das in
bestimmten Intervallen wechselt, umflutet und eingefärbt wird.
Bisweilen unterscheidet sich dabei die Farbigkeit in den beiden
Schaufensterräumen der Galerie. Dann wird das Schlauchgebilde zum
Wanderer zwischen Welten, badend in den divergenten Fluida, sie
verbindend in stiller Korrespondenz.
Die alles
entscheidende Bedingung für seine Existenz als ausgedehnter Körper
jedoch besteht im Umstand seiner Fixierung und Verankerung- fehlte
dieser, so bliebe die entfaltete Gestalt des Trabanten im reinen
Potential verborgen, die Illusion seiner Körperlichkeit weilte auf
immer begraben in einem Haufenleerer Haut. Erst das Greifen nach
einem festen Halt läßt die Volumina sich bilden, und erst das
Innehalten auf Zeit verleiht den Wandlungen des Trabanten ihren Sinn.
Text (Auszug) Christoph Poche
> zu
trabant
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